Rückschau Internationales Seminar

Let’s have a good, promising, fruitful and interactive time today!

Das war wieder unser Ziel mit dem traditionsreichen IVSS-Seminar im Rahmen des AUVA-Präventionsforums.

Die Globalisierung der Arbeitswelt, die Informationsflut, die rasante Weiterentwicklung der digitalen Transformation hin zu Internet of Things, künstlicher Intelligenz, umfassender Vernetzung und weitergehender Automatisierung: große Chance für Betreiber und Beschäftigte, aber auch gewaltige Herausforderungen für Wirtschaft, Arbeit und Arbeitsplätze, Sozialversicherungssysteme und Gesellschaften.

 

Wir hatten drei wichtige Themen im Fokus, die viele Berührungspunkte haben und so allein, aber auch gemeinsam interessant und spannend sind:

Risikobeurteilung – Digitalisierung – Wissensvermittlung.

 

Beim Heurigen zum Abschluss des IVSS-Seminars konnten die Verantwortlichen schon ein positives Resumée ziehen:

RekordteilnehmerInnenzahl, aus mehreren Ländern, hohe aktive Beteiligung bei den interaktiven Beiträgen und Gruppenarbeiten, inhaltlich und darstellerisch anspruchsvolle Impulsvorträge.

 

Hier einige ausgewählte Schwerpunkte und Highlights, die es gab:

  • Übertragbare Erkenntnisse, Erfahrungen aus dem Hochrisikobereich der Luftfahrt: Manfred Müller, Leiter Flugsicherheitsforschung der Lufthansa, Keynote-Referent der Gesamtveranstaltung, stand uns Rede und
    Antwort am „heißen Stuhl“.
  • Der Faktor „Human Error“ hat einen großen Anteil (in der Luftfahrt rund 60%) als Ursache für Probleme, Störungen und kritische Zwischenfälle
  • Zur Erreichung von Risikominimierung sind vier Grundanforderungen anzustreben:
    • Disziplin – mit Leitlinien so einfach wie möglich, so kompliziert wie nötig
    • Engagement
    • Sozialkompetenz
    • Kooperation – Teamarbeit
  • Verbesserungspotential nutzen, d.h. wie kann man aus Fehlern lernen? Und wie von „near misses“?
  • Fehler- und Kritikkultur entwickeln, d.h.:
    • Stellen oder Bereiche schaffen, die mit Fehlerberichten diskret umgeht (das „Beichtgeheimnis“ hochhält)
    • den Einfluss privater Lebenssituationen berücksichtigen
  • Anhand von Beispielen aus der Baustoffindustrie mit überdurchschnittlichen Personenschäden wurde die Gefährdungsbeurteilung – Risikoabschätzung und –bewertung dargestellt.
    • Risikobeurteilung; Wahrscheinlichkeiten und Konsequenzen
    • Risikoabschätzung beim Einsatz von Maschinen
    • Größen und Begriffe wurden in Form einer spielerischen Befragung anschaulich mit der Kahoot-Methode dargestellt wurden (die Beteiligung lag bei (>80%)
  • Objektives und/oder subjektives Verständnis von Risiko, keine belehrende Präsentation, sondern gute, knappe Information mit spannenden Wissenstests in der Gruppe.
  • Safety & Security, Prof. Seböck von der Donauuni Krems:
    • Komplementäre Risikofaktoren
    • Funktionssichere Maschinen (safety) <-> angriffssichere Verfahren, bei multidisziplinärer Verzahnung (security)
    • Autonome Systeme und neue Gefährdungen für früher abgeschottete Bereiche
    • Veränderungen bzw. Aufweichen von Arbeitsbedingungen: Plattformwirtschaften mit mehr Flexibilisierung und Druck, Auswirkungen auf Betriebsklima – Automatisierung mit Wegfall von Tätigkeiten und Bedarf nach mehr qualifizierten Tätigkeiten.
  • Risikobeurteilung in einer digitalisierten Welt, folgende Themen und Fragen wurden behandelt:
    • Von physischen Angriffen zu cyber security Attacken
    • Wie kann man eine zunehmend steigende Komplexität beherrschen?
    • Wie die Netzwerke von Menschen und Computersystemen positiv beeinflussen, nutzen?
    • Künstliche Intelligenz – Chance oder Risiken?
    • Verstehen, argumentieren, lernen, interagieren, um Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz zu begegnen
    • Wie Vorteile in Arbeitsleben gegenüber Nachteilen abwägen?
      • Vorteil: individualisieren, einfacher, verbessert
      • Nachteil: Manipulation, Überforderung, Wegfall Tätigkeiten => Ausgleich?
    • Und wie Vorteile maximieren, Nachteile minimieren?
    • Ist dies ein Generationenproblem?
    • Herausforderung für alle: global, europäisch, national, regional / Gesellschaften, Politik, Sozialpartner, Betreiber, Individuen
  • Wissensvermittlung
    • Wie kann notwendiges Wissen am besten vermittelt werden?
    • Wie können wir Interesse wecken?
    • Was passiert, wenn wir die Beschäftigten nicht mehr brauchen, deren Arbeit von Maschinen übernommen wurde?
    • Wie, in welchen zeitlichen Schritten schätzen wir die Entwicklung ein?
    • Welche Rolle muss Gesellschaft, Politik, Betriebe, der Einzelne, übernehmen?
    • Wie stellen wir sicher, dass Empfänger die Botschaft des Senders/des Mediengestalters versteht?
    • Wie können wir die „Wahrnehmungsmedien“ virtual, augmented reality nutzen, z.B. virtuelle Maschine für die Prävention, um zu trainieren, wie wir mit Gefahren umgehen?

Die Gruppenarbeiten zu den drei Leitthemen des Seminars waren lebendig, mit vielfältigen Stichworten zu Erfahrungen und Erwartungen in kurzer Zeit.
Wir haben Forschungsergebnisse gehört, dass wir nur 10% von dem behalten, was wir lesen. Aber 90% von den eigenen Erfahrungen.

Unser Seminar war ein Beispiel für: “The only source of knowledge is experience” (Einstein) Dazu haben alle, auf dem Podium, im Plenum und „hinter den Kulissen“ beigetragen.

 

Danke dafür!

 

Hans-Jürgen Bischoff

Letzte Änderung 24. Juni 2019 12:18 von michelitsch